Zertifikat-Typen

Senken-Zertifikate

Unsere Bodenzertifikate sind Senkenzertifikate und speichern tatsächlich CO2 aus der Atmosphäre im Boden. Daher haben sie eine höhere Qualität als CO2-Vermeidungs Zertifikaten.

Die Festlegung von CO2 im Boden in Form von Humus kann nur dann als nachhaltig bezeichnet werden, wenn die Menge an Humus eine längere Zeit stabil bleibt. Entweicht das CO2 im Folgejahr in dem der Humusgehalt wieder sinkt so würde der positive Effekt auf das Klima aussetzten. Ebenfalls wäre dies nicht im Sinne der Käufer der Zertifikate. Es muß also eine Situation geschaffen werden, in der der Humusgehalt und somit das gebundene CO2 über einen längeren Zeitraum stabil im Boden bleibt. Dies wird zuerst durch langfristige Verträge gesichert. Außerdem hat sich in der Praxis gezeigt, dass Landwirte und Landwirtinnen die positiven Effekte des Humusaufbaus auf ihre Bodenqualität erkennen und ein Eigeninteresse entwickeln, um das verbesserte Humusniveau zu halten oder noch zu steigern.

Offset-Zertifikate

Offset Zertifikate oder besser ausgedrückt Reduzierungszertifikate nehmen an, eine bestehende Emission durch festgelegte Maßnahmen zu reduzieren. Diese Typen sind bisher vorherrschend bei den CO2- Plattformen. Sie basieren auf der Annahme, dass es in Ordnung ist, die Atmosphäre mit CO2 zu belasten, ohne den wirklichen Schaden zu begleichen, so lange man jemand anderen dafür bezahlt, dass er seine Emissionen reduziert. Offset-Zertifikate haben damit ein Image-Problem.


Der zeitliche Verlauf


Nicht lineare Zunahme

Nach der Sichtung von Informationen aus vergleichbaren Initiativen muß der Zeitrahmen für die Humusanreicherung auf mindestens 5-10 Jahre angesetzt werden. Bei 0,1 % Humussteigerung pro Jahr können dann z.B. ca. 8 t CO2 pro Hektar gespeichert werden. Die Zunahme von Humus kann dabei bis über 20 Jahren anhalten und bei Kompostanwendungen und Dauerkulturen auch noch weiter andauern. Humuszunahmen durch die Bewirtschaftungsänderung verlaufen aber nicht linear. Am Anfang sind in Einzelfällen, wie oben geschildert, sehr hohe Zunahmen möglich, sie werden aber mit den Jahren geringer und liegen bei langjähriger Betrachtung eher in Bereichen von weniger als 0,1 %. Dies genauer zu beobachten ist Teil zukünftiger Projektaktivitäten.

Der Klimawandel arbeitet gegen Humusstabilisierung

Nach neusten Forschungen (Thünen Report 64, 2018) findet bei keiner Landänderungsnutzung eine tatsächliche Abnahme des C orgs in deutschen Böden im Schnitt von 0,21 t Corg /ha/Jahr statt. Diese ist auf die schon eingetretene Temperaturerhöhung zurückzuführen, die das Gleichgewicht zu Ungunsten der Humuspeicherung im Boden verlagert. Im laufenden Projekt ist deshalb auch zu klären inwieweit deshalb auch schon der Erhalt des aktuellen Humusniveaus der Böden als Leistung mit Zertifikaten honoriert werden kann.