Humusaufbau

Strategie

Wichtige Elemente der vom Projekt CO2-Land verfolgten Strategie für den Humusaufbau sind:

• Fokussierung auf interne Ressourcen des bäuerlichen Betriebs.

• möglichst permanente Bodenbedeckung (Förderung des Bodenlebens, Schutz vor Erosion)

• Einbeziehung von mehrjährigen Pflanzen und Dauerkulturen mit tiefgreifenden Wurzeln

• Weidemanagement mit kurzem Umtrieb der Herden oder Baumbestandene Weiden

• Begleitpflanzen in den Anbaukulturen und/oder während der Anbaupausen

• Verwendung von Kompost und /oder organischem Dünger wie z.B. Stallmist

• Vermeidung von synthetisch-chemischen Elementen, die das Bodenleben beeinträchtigen.

• Mulchen des Bodens mit Stroh oder anderen Arten abgestorbener Vegetation

• Regenerative Agroforstsysteme, die Bäume und Sträucher mit der Landwirtschaft
oder Viehzucht kombinieren.

• Vielseitige Fruchtfolgen mit intensiv wurzelnden Zwischenfruchtmischungen

• Bodenschonende Landwirtschaft mit reduzierter Bodenbearbeitung.

Im Rahmen des Projekts angestellte Studien zur Wirkung langjährig durchgeführter ackerbaulicher Praktiken auf den Humusgehalt der Böden sind für einige Maßnahmen in der nachfolgenden Abbildung aufgeführt. Sie zeigen, dass die Potenziale je nach Maßnahme unterschiedlich sind und z. B. bei der Dauerkultur Miscanthus auch sehr beträchtlich sein können.

Sie geben einen wichtigen Hinweis auf die Potenziale, die in den Betrieben zum Klimaschutz und zur Verbesserung von Böden und Umwelt mobilisiert werden können. Darüber hinaus dienen sie zur Abschätzung des Umfangs der finanziellen Unterstützung, den die Bauern bei der Durchführung der Maßnahmen erwarten können, wenn Kunden sie durch den Kauf von CO2 Zertifikaten bei ihren Bemühungen zum Klima– und Artenschutz unterstützen. So kann zum Beispiel die Konsequente jährliche Ansaataat von Zwischenfrüchten über Jahre hinweg etwa ein Tonne CO2 pro Hektar aus der Atmosphäre entziehen, was bei einem zertifikatepreis von angenommenen 50 € etwa die Zusatzkosten des Landwirts für das Saatgut decken würde. Mit dem langjährigen Anbau des Energiegrases Miscanthus können sogar 3 bis 4 Tonnen CO2 pro ha und Jahr im Boden festgelegt werden.

Maßnahmen zum Humusaufbau und ihre Wirksamkeit zur Festlegung von CO2 in Ackerböden

MasnahmenWirkung
SOC t/ha/yr
nach 5 JahrenCO2 Einlagerung
5 Jahre
Quelle
verbesserte Fruchtfolge0,20,82,9Wiesmeier, 2017
2 Jahre Ackergras in 5 Jahren Rotation0,20,843,1Tidaker et al, 2014
Stroh-Einarbeitung
3.77t TM/ha/2yr
0,20,853,1Poultom et al, 2018
Gründüngung (Gras)
4.23t TM/HA/yr
0,31,455,3Kätterer, 2011
Zwischenfrucht jährlich0,31,65,9Poeplau & Don, 2015; Wiesmeier, 2017
Rotation Legumiosen (Einarbeitung)0,42,28,1Drinkwater et al, 1998
Rotation mit Luzerne Kleegras0,62,8510,5Gregorich et al, 2001
Stallmist frisch
4.75t TM/HA/yr
0,73,3512,3Kätterer, 2011
Miscanthus (mehrjährig)1,04,918,0Müller-Sämann & Hölscher, 2010
Silphie (mehrjährig)?

Legende:

  • SOC: soil organic carbon/organische Kohlenstoff im Boden
  • TM: Trockenmasse